Der entscheidende Moment

Sportfotografien von Lukas Schulze – Ausstellungsproduktion für die Nord-Ostsee Sparkasse

Lukas Schulze hat das Gespür für die richtigen Orte und den richtigen Moment – das macht ihn zu einem der bekanntesten Sportfotografen Deutschlands. 1993 in Magdeburg geboren, stand sein ganzes bisheriges Leben im Zeichen des Sports: Bis zu 4. Klasse als Libero beim 1.FC Magdeburg und dann ab Klasse 5 als Leichtathlet beim SC Magdeburg. Der Leistungssportler war spezialisiert auf Hürdenlauf und 300M. Eine lange Verletzungspause  nutzte er, um Wettkämpfe zu fotografieren und studierte nach seinem Schulabschluss Bildjournalismus an der FH Magedburg. Nach einem Foto-Volontariat bei der dpa machte er sich selbstständig und zog 2016 nach Düsseldorf, da dort fünf Vereine aus der 1. Fußballbundesliga im Umkreis von 80 Kilometern angesiedelt sind.

Was lässt das Werk von Lukas Schulze aus der Vielzahl anderer Sportfotografien herausragen? Es ist sein Anspruch, Bilder aufzunehmen, die der Betrachter so nicht erwartet. Mit extremen Perspektiven und außergewöhnlichen Brennweiten versucht er sich von der breiten Masse der Kollegen abzuheben und möchte zeigen, dass Sportfotografie auch Kunst sein kann.

Lukas Schulze arbeitet im Auftrag von Getty Images für die DFL, UEFA, FIFA und war für Nikon bei der Schwimm-WM 2017 in Budapest.

Die von Holger Rüdel kuratierte Ausstellung haben wir mit dem Epson SureColor P20000 auf Rauch PhotoArt White Baryta gedruckt und hinter Passepartouts gerahmt. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog in der Reihe PHOTOGRAPHIA BOREALIS der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein (Nr. 18) mit Texten u. a. von Göttrik Wewer (DFB-Kulturstiftung) und Matthias Hangst. Die Veröffentlichung wird von Nikon gefördert.

Ausstellungsdaten:

27. November bis 27. Februar 2020

nos.FOTOMENTA im Nospa-Finanzmarkt Flensburg
Südergraben 8–14
24937 Flensburg

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr.
Eintritt frei

 

 

Rupert Warren: Fragments – das Gesehene verdichten

Was genau sieht man, wenn man Etwas anschaut? Und wie wird es in Erinnerung bleiben?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Rupert Warren in seinen Bildern.

Sieht man den Ort, den man erinnert nur in Fragmenten? Und verändert Erinnerung diese Fragmente in ihren Details, in unterschiedlichen Größen oder wechselt gar die Perspektive? Bleiben manche Elemente vielleicht sogar völlig verborgen?

Jedes seiner Bilder zeigt einen Ort mit einer verdichteten Komposition von Einzelimpressionen. Das von ihm Gesehene wird neu interpretiert, neu komponiert und was dann bleibt ist eine künstlerische Raumempfindung.

Die Ausstellung ist vom 24.08. bis zum 23.10. 2019 in der Evangelisch lutherischen Epiphaniasgemeinde, Bardowickstr. 83, 28329 Bremen zu sehen. Rupert Warren lebt und arbeitet in Remscheid.

 

Andreas Teichmann: Durch Deutschland

„Heimat ist kein Besitz, sie wird durch den Menschen geschaffen.“

Der Essener Fotograf Andreas Teichmann wanderte im Sommer 2017 auf der West-Ost-Achse von Aachen bis Zittau. Dabei sammelte er die Geschichten der Menschen, die ihm zufällig begegneten, und hielt die 50 Tage seiner Wanderung quer durch Deutschland in beeindruckenden Bildern fest. Diese werden ab Sonntag, 17. Februar, in einer Ausstellung im Foyer der Nadelfabrik Aachen, Reichsweg 30, 52068 Aachen präsentiert.

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ Dieser Ausspruch Goethes war Motivation für Andreas Teichmann, die 1040 Kilometer lange Strecke zu erlaufen. „Als Fotograf, der mehr als 25 Jahre mit Bildern arbeitet, wollte ich meine Wahrnehmung wieder sensibilisieren. Ich wählte die hoch präzise, aber technisch langsame Großbildkamera mit einer Auflösung von 100 Mio. Pixeln, um wieder genauer abzubilden. Aber nicht nur die Technik, sondern auch die Art der Bewegung sollte mich entschleunigen und die Sinne schärfen. Deshalb bietet sich das Wandern als die langsamste Art der Fortbewegung sehr gut an, wieder genauer hinzusehen.“, erläutert Andreas Teichmann.

Er nahm sich Zeit, hörte zu, schrieb mit, fotografierte und veröffentlichte die Bilder und Geschichten auf seinem täglichen Blog. Er wollte herausfinden, wie Deutschland tickt, wie die Menschen hier denken.

Andreas Teichmann: „Ich wollte mit meiner West-Ost Durchquerung eine aktuelle Bestandsaufnahme von einem Deutschland aufzeigen, das ich auf der Wanderung neu kennen lerne, mit einem durchaus ergebnisoffenen Ansatz!“ Darunter waren sehr unterschiedliche Aspekte, wie z.B. politisch polare Meinungen von Bewohnern des Protestcamps am Hambacher Forst bis zu den Teilnehmern und Gegnern der Pegida Demos in Dresden.

Eine Erkenntnis, die der Künstler während der ungewöhnlichen Reise gewonnen hat, war die hohe Bedeutung, die Heimat für viele Menschen hat und wieviel Kraft sie aus der regionalen Verwurzelung ziehen. „Heimat ist kein Besitz, sie wird durch den Menschen geschaffen“ ist ein wichtiges Fazit seiner Wanderung durch Deutschland. Außerdem stellte er fest: „Wenn man Deutschland durchläuft, wirkt es viel menschenleerer als erwartet.“

Andreas Teichmann verrät, dass das Projekt noch nicht beendet ist. „Es gibt eine Menge Regionen in Deutschland, die ich noch aufsuchen möchte. Konkret plane ich meine zweite Wanderung im August 2019. Dann geht es auf der Süd-Nord Achse von Oberstdorf nach Sylt, dieses Mal werden es ca. 1400 km zu laufen sein. Für die damit verbundene Erweiterung der aktuellen Ausstellung suche ich immer noch Förderungsangebote.“

Andreas Teichmann, Jahrgang 1970, lebt mit seiner Familie in seiner Geburtsstadt Essen. Er studierte an der Folkwang Universität der Künste und arbeitet seit 25 Jahren als selbständiger Fotograf.

Die von der F. Victor Rolff-Stiftung geförderte Ausstellung ist in der Nadelfabrik Aachen bis zum 6. März 2019 zu sehen.

 

Gesichter und Geschichten zwischen Diktatur und Demokratie in Lüdenscheid und Umgebung

Ziele der Ausstellung sind die Entdeckung der Kindheit von 90-Jährigen und von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen der Kindheit damals und heute.

Im Austausch der Lebenserfahrungen lernen die Jüngeren das lange verschwiegene Verhalten der Großeltern verstehen und die eigene Gegenwart genauer einzuschätzen. Nur durch den Austausch des Wissens von der Faszination und den Schwierigkeiten der NS-Zeit wird es auch im Märkischen Kreis möglich, aus Fehlern zu lernen und neue Einsichten für die Gegenwart und Zukunft zu gewinnen. Darin besteht die Bedeutung der Erinnerung und Geschichte, die lokale Identität und Orientierung vermitteln können. 30 Interviews mit Senior*innen aus Lüdenscheid und Umgebung bilden die Grundlage der Ausstellung, in der erstmalig so offen über die eigenen Kindheits- und Jugenderlebnisse in unserer Region gesprochen wird. Der Wert dieser Erinnerungen ist ein Gewinn für die Menschen heute.

Fotografien: Dirk Vogel, Texte: Matthias Wagner in Verbindung mit Dr. Eckhard Trox
Pigmentdrucke auf 260g PE-Papier ohne Aufheller, semimatt laminiert und kaschiert auf 3mm Alu-Verbund-Platte
Eine Ausstellung von Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid e.V. in Verbindung mit den Museen der Stadt Lüdenscheid

5. bis 26. August 2018
Geschichtsmuseum
Sauerfelder Str. 14-20
58511 Lüdenscheid

http://www.luedenscheid.de/luedenscheid_erleben/bildung_und_kultur/museen/sp_auto_655.php

ARMOR von Claudia Fährenkemper

Für die Ausstellung ARMOR von Claudia Fährenkemper sind aktuell vier neue Bilder von Samurai-Rüstungen in der Produktion. Die anderthalb Meter großen Pigmentdrucke auf Fine-Art-Papier werden auf Aluminium-Verbundplatten mit Schattenfugenrahmen kaschiert und erweitern die Serie für die Ausstellung in der IHK-Galerie Siegen vom 31.8. bis zum 27.11 2017 (Koblenzer Str. 121, 57072 Siegen).

Claudia Fährenkemper: „Die ARMOR-Arbeiten widmen sich repräsentativen Prunk- und Turnierrüstungen, die eigens für Kaiser, Könige und große Feldherren zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert angefertigt wurden und die weltweit in bedeutenden Militaria- und Rüstungssammlungen anzutreffen sind.
Die Aufnahmen sind überwiegend in der Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien entstanden, aber auch in den Sammlungen des Braunschweigischen Landesmuseums, des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg und den Staatlichen Museen der Stadt Dresden. Aber auch die ungewöhnliche Ned-Kelly-Rüstung aus der State Library of Victoria im australischen Melbourne ist Bestandteil der Serie.
Form, Ausstattung und Emblematik der Rüstungen, ihre skulpturale Qualität faszinieren mich ebenso wie die Vorstellung, dass historische Personen diese Rüstungen als schützende Gehäuse leibhaftig getragen haben.
Die Aufnahmen sind als Brustportraits angelegt, da es mir nicht um die Dokumentation von unterschiedlichen Rüstungstypen geht, sondern um die skulpturale und materielle Präsenz der Harnische und somit der in absentia ,Portraitierten´.
Aus ihrem musealen Präsentationszusammenhang entbunden, fotografiere ich sie vor neutralem, meist dunklem Hintergrund, analog und mit vorhandenem Licht mit einer Großformatkamera.
Wesentlich dafür, wie der ferne Träger uns als menschliches Wesen hier vor Augen tritt, ist die Konzentration auf das Brustportrait, die Wahl der Perspektive, welche die Ausrichtung (Blickrichtung) und die Neigung des Helmes bestimmen. Auf diese Weise lassen uns die Brustportraits der Harnische nicht nur auf vergangenes Leben zurückblicken, sondern sie bieten auch Anlass, unser aktuelles Dasein im historischen Kontext zu reflektieren. Gleichzeitig aber lassen sie durch Anklänge an Science Fiction auch eine Ahnung vom vage Zukünftigen vor uns erstehen.
ARMOR erzählt von Glaube, Liebe, Hoffnung, von Verletzlichkeit, aber auch von Macht und Reichtum. Die Rüstungen demonstrieren außergewöhnliches handwerkliches Können, großen Aufwand, sowie wechselnde Moden, denen auch die Gestaltung der Harnische unterliegen.
Was bleibt von uns Menschen in unseren Artefakten erhalten und überdauert materiell, aber auch als kulturelles Erbe, geistige und emotionale Hinterlassenschaft die Jahrhunderte?
Die zunehmende Bedrohung durch Gewalt und Terror weltweit war Auslöser für meine Beschäftigung mit Rüstungen und Rittern seit 2010.“